lokale Verschmelzung und partielle Verhäutung
Glänzende Oberflächen, gespannt, gefaltet, teilweise aufgeschnittenen, uneben und weich. Die Schichten überlagern sich. Transparente Stellen gewähren Einblick in die diffusen Ebenen darunter. Löcher und ausgeschnittene Bereiche lassen die Sicht auf die inneren Strukturen zu. Ein tastbarer, in seiner Materialität spürbarer Eingriff; keineswegs "minimal invasiv", wie das endoskopische Auge des Chirurgen.
Ich verschmelze Kunststofffolien, auf denen sich jeweils verschiedene Malprozesse abbilden. Mich interessiert die Vermischung der lichtdurchfluteten Farben mit dem weichen, artifiziellen Material, die eine präsente Körperlichkeit evoziert: Eine fließend vielschichtige visuell verwobene Haut, ein "Oberflächen-Skinning", eine Häutung von Malerei.
Ich kartografiere Falten, nehme Abdrücke oder bemale den transparenten Träger. Vernarbte Fragmente dieses hauchdünnen Stoffes wachsen im "cut and paste" Prozess zu einer haptisch begreifbaren Tektonik: Ein Körper, ein Objekt, eine mehrlagige Schicht, aufgebaut aus gefalteten Farbflächen und deren Zwischenräumen. Eine Landschaft, die sich aus dem Gemenge der durchsichtigen Hüllen formt, ähnlich einer Karte des Taktilen.
Mein Interesse gilt dem Raum zwischen diesen Oberflächen, zwischen künstlichem Konstrukt und organischen Prozessen. Meine Arbeit ist weitestgehend ein Experiment am Material.
Das Bild, als komplexe, moirierte Mischung der Ebenen verändert sich durch die Bewegung des Betrachters und versperrt sich in glänzenden Lichtreflexionen, um jene Grenzfläche zu zeigen, die unsere Sinne heraus fordern.